Technik zum Anfassen: Zwei Wochen Praxis für die Unterstufen der Zweijährigen Berufsfachschulen für Metall- und Elektrotechnik

Werkstattwissen trifft Wirklichkeit
Anfang Februar wechseln die Unterstufen der zweijährigen Berufsfachschulen Metalltechnik und Elektrotechnik vom Schraubstock und Steckbrett in den Betriebsalltag. Zwei Wochen schulisch begleitetes Praktikum stehen an – der Moment, in dem Werkstattwissen seinen Praxistest bekommt.
In den Wochen zuvor wurde gefeilt, gebohrt und an der Drehmaschine Maß genommen; in Elektrotechnik wurden Schaltpläne gelesen, Schaltungen gesteckt und Messwerte sicher interpretiert. Mit diesem Rüstzeug betreten die Lernenden nun ganz unterschiedliche Arbeitswelten: Kfz-Werkstätten, Karosseriebau, Elektrotechnikbetriebe und metallverarbeitende Unternehmen aus der Region.
Wie läuft das ab? Fachlehrkräfte besuchen die Praktikumsstellen, schauen den Schülerinnen und Schülern über die Schulter und sprechen mit den Ausbilderinnen und Ausbildern: Welche Aufgaben sind schon möglich? Wo ist Maschinenarbeit sinnvoll – und wo noch zu zweit? Was hat gut funktioniert, wo braucht es mehr Übung? Vor allem aber zeigen die Jugendlichen, was sie können: saubere Bohrungen, passgenaue Bauteile, eine fehlerfrei aufgebaute Schaltung – kleine Ergebnisse mit großer Wirkung.
Dieses Betriebspraktikum ist obligatorisch für den Erwerb der Fachhochschulreife in den Bildungsgang integriert, die Fachhochschulen erkennen die Zeiträume als verpflichtenden Teil bei der Einschreibung später an.
Denn das Praktikum ist mehr als ein Blick hinter die Kulissen. Es schärft den Blick für Sicherheit, Arbeitsabläufe und Teamkommunikation. Und es liefert ehrliche Eindrücke: Manchmal passt der erste Berufswunsch perfekt – manchmal zeigt sich, dass ein anderer Weg besser ist. Beides ist wertvoll. In den vergangenen Jahren führte genau dieser Realitätscheck nicht selten zu konkreten Perspektiven: Oftmals entstehen daraus nach dem Abschluss Ausbildungsverträge.
Vor den Sommerferien folgt eine zweite, zweiwöchige Praxisphase. Im neuen Schuljahr werden beide Erfahrungen in Kleingruppen gemeinsam mit den Fachlehrkräften ausgewertet: Was hat getragen? Welche Stärken sind sichtbar geworden? Welche Ziele stehen als Nächstes an? So wächst aus Werkstatt, Betrieb und Reflexion ein stimmiges Bild – und Technik wird zur greifbaren Zukunft.
An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei den kooperierenden Betrieben bedanken, mit denen wir teilweise schon seit Jahren in der Berufsausbildung zum KFZ-Mechatroniker, Industriemechaniker und Zerspaner zusammenarbeiten. Unsere KollegInnen freuen sich besonders auf die Besuche in Ihren Betrieben und das Kennenlernen uns noch unbekannter Firmen.
Unseren PraktikantInnen wünschen wir viel Erfolg, Freude und eine lehrreiche Zeit!
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