Die IFK macht Theater

Hands up! Hands up!

... im Projekt  „Lebenswegplanung: Gemeinsam stark – ohne Worte". In der Internationalen Förderklasse des bkh steht in erster Linie Deutsch als Fremdsprache im Mittelpunkt des Unterrichts.  Verständigung ist bekanntlich der Schlüssel zu einer gelingenden Integration. Doch die Schülerinnen und Schüler können mehr!

ifk2 590Das zeigte ihnen die Essener Schauspielregisseurin Claudia Maurer, mit der die Klasse 4 Tage lang „Theater machen" durfte:  In Schauspieleinheiten, Improvisation über Singen, Rhythmik, Tanzen und einfach mal man selbst sein – ein Erleben mit allen Sinnen, so experimentell, wie es die Leiterin vorlebt.

Im Kreis stehend spielten sich die Schülerinnen und Schüler imaginäre Pässe zu. Ob Fußbälle, Seifenblasen, Pfeile oder gespuckte Kaugummis. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Spontaneität war in der schauspielerischen Improvisation gefragt:  Hierbei spielt jemand eine Szene vor und eine weitere Person kommt hinzu, um eine helfende Geste zu machen. Mit einem freundlichen „Danke" verlässt die erste Person die Szene, damit die zweite zu  einer neuen szenischen Improvisation übergehen kann. So wurde z.B. beim Kochen gewürzt, beim Weinen getröstet, beim Sonnen eingecremt oder beim Tanzen das Tanzpaar vervollständigt.

ifk3 590 „Im Theater geht es nicht darum, etwas richtig oder perfekt zu machen. Es geht darum, den Kopf so gut wie möglich auszuschalten. Und dann geht's direkt ins Herz!", so Claudia Maurer, die auf langjährige Erfahrung mit verschiedenen Gruppen zurückblickt. Die Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte war für sie eine neue Herausforderung. Der Spaß und die Bereitwilligkeit der Schulklasse ein Beweis dafür, dass Theater unabhängig von Sprache funktioniert. „Ich habe sehr viel zurück bekommen." bilanziert sie am letzten Tag zufrieden.

Schulsozialarbeiterin Sarah Zimmermann begleitete die Projekttage „ Lebenswegplanung: Gemeinsam stark – ohne Worte". Mitmachen war auch für sie die Devise – eine lebendige Gelegenheit, sich gegenseitig von einer kreativen Seite kennen zu lernen.

Um Worte für ein Dankeschön zu finden, gab sie schließlich ein paar Formulierungshilfen. „Danke für diese schöne Zeit! Es hat Spaß gemacht." – Ein Slogan, der von der Klassengemeinschaft geschrieben wurde. „Viel Glück in Deinem Leben"  gaben die Schülerinnen und Schüler der Schauspielregisseurin in verschiedenen Sprachen mit auf den Weg. Unterschrieben haben sie in einem großen Herz.

Am Ende sind sich alle Beteiligten einig: Die Projekttage mit Claudia Maurer sind eine Bereicherung, von der sie lange zehren werden.

Ermöglicht und finanziert wurde das Projekt durch die gelungene Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst AWO EN.

Herzlichen Dank an dieser Stelle.


[01.04.2016; David Grosvenor]

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