Hochvolttrainer für Kfz-Labor

Der Auszubildende Julian Pieper bei der Firma VW Wicke kann an dem neuen markenunabhängigen Hochvolttrainer des bkh das Freischalten wie auch weitere Arbeiten gefahrlos an Hochvoltfahrzeugen trainieren Der Auszubildende Julian Pieper bei der Firma VW Wicke kann an dem neuen markenunabhängigen Hochvolttrainer des bkh das Freischalten wie auch weitere Arbeiten gefahrlos an Hochvoltfahrzeugen trainieren (Foto: Oliver Gerdesmeyer)

Hochmoderner Hochvolttrainer für das Kfz-Labor am bkh Das Berufskolleg Hattingen verfügt als erste Schule im Regierungsbezirk Arnsberg und als zweite Schule in NRW über einen Hochvolttrainer für die Ausbildung von Kfz-Mechatronikern

 

Elektrofahrzeuge sind bislang noch ein Nischenprodukt. In absehbarer Zeit wird aber der Anteil an Elektrofahrzeugen in Deutschland deutlich zunehmen und dann sind gut ausgebildete Kfz-Mechatroniker gefragt, die in der Lage sind, auch mit einem unter Hochspannung arbeitenden Elektromotor umzugehen. Damit die Auszubildenden optimal auf diese zukünftige Aufgabe vorbereitet werden, hat das Berufskolleg Hattingen einen Hochvolt-Trainer angeschafft, der die komplette elektrische Antriebseinheit des Elektrofahrzeugs simulieren kann. Denn das kompetente Arbeiten an Hochvoltkomponenten von Hybrid- oder Elektrofahrzeugen kann praxisnah an dem Kfz-Hochvolttrainer markenunabhängig erlernt werden. Die vielfältigen Funktionen des Gerätes, das für die fachpraktischen Übungen der Schüler und Kursteilnehmer zur Verfügung steht, müssen natürlich durch die Fachlehrer demonstriert werden können. Deshalb wurden die Kfz-Techniklehrer am bkh speziell geschult, um den Hochvolt-Trainer praxisnah und zielgerichtet einsetzen zu können

Das Gerät ermöglicht über eine Fehlerbox die Zuschaltung von vorverdrahteten Fehlern, wie z.B. Isolations- oder Potenzialausgleichsfehlern und eine gezielte Spannungszuschaltung. Dadurch können die Auszubildenden an einem „fehlerhaften Elektrofahrzeug“ arbeiten und professionelle Fehlerdiagnose anwenden. Die Geräte sind so ausgelegt, dass Messungen spannungsfrei oder an unter Spannung stehenden Teilen durchgeführt werden können. Alle Messungen und Übungen sind auch ohne besondere Sicherheitsausrüstung ungefährlich durchführbar. Somit kann auch das Freischneiden von HV-Komponenten unter Last als Lernsituation gefahrlos ausgeführt werden, wobei die Lichtbogenbildung beim Durchtrennen der Hochvoltkabel sichtbar wird. Nach dem Durchtrennen eines Hochvoltkabels muss ein neues Kabel konfektioniert und montiert werden.

Die nächste Lernstufe im Bereich Hochvolttechnik ist die Umsetzung der erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten an realen Elektrofahrzeugen. Künftigen Kfz-Mechatroniker müssen in der Lage sein, Elektrofahrzeuge zu warten. Und als Kfz-Mechatroniker mit Zusatzqualifikation in Hochvolttechnik sind sie berechtigt, Arbeiten an Elektro- oder Hybridfahrzeugen durchzuführen, also die fahrzeugtechnischen Systeme zu prüfen und Wartungs- und Reparaturarbeiten vorzunehmen.

Schulleiter Holger Hoffmann dankte den an der Vermittlung des Gerätes beteiligten Lehrkräften und vor allem auch der Kreisverwaltung dafür, dass sie der Schule die Mittel zur Anschaffung des Hochvolttrainers für die Ausbildung der künftigen Kfz-Mechatroniker in zukunftsweisender Elektromobilität zur Verfügung gestellt hat. Dass ein solches Gerät nicht gerade aus der „Portokasse“ finanziert werden kann, dürfte klar sein. Trotzdem ist seine Anschaffung deutlich günstiger und platzsparender als der Kauf eines Elektrofahrzeugs und dessen Umrüstung auf gefahrlose Funktion inklusive Ergänzung mit Fehlersimulationssoftware. Na dann: Auf gute Zusammenarbeit zwischen dem hochvoltkarätigen Trainer und seinen erwartungsvollen Mitarbeitern!

Text: Dr. Sebastian Baer

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