Kurzfilmprojekt der ErzieherInnen

Kaum sind sie als zukünftige ErzieherInnen zum Schuljahresbeginn  2015/2016 am bkh angekommen, da sind sie schon Filmpreis-verdächtig! Die Rede ist von den beiden Unterstufenklassen der Fachschule für Sozialpädagogik.

Im Rahmen des vom Land unterstützten Förderprogramms „Kultur und Schule" führte Sozialpädagoge Markus Seiler während der Einführungswoche mit den „Neuen" ein Filmprojekt durch, das Sabine Batzer, Lehrerin für Musik und Medienerziehung, organisiert hatte. Die Teilnehmer gehören zu einem Künstlerpool, der Schulen für die Suche nach geeigneten Künstlern zur Verfügung steht. Mit Markus Seiler hatten die „Film-Newcomer" ein Multitalent an ihrer Seite.

Der Band-Coach versteht sich auf Tonstudio-Aufnahmen genauso wie auf das Durchführen von musikalischen Projekten mit Kindern. Er bietet auch Video-Workshops an.​

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Unter seiner Anleitung entstanden beeindruckende Kurzfilme, von denen die Zuschauer im voll besetzten Forum des bkh richtig begeistert waren. Die Filme behandelten das Thema „ankommen" und standen damit in Bezug zu der aktuellen Lebenssituation aller Beteiligten, die ja auch gerade eine neue Lebensetappe an der Fachschule begonnen haben. Und wie geht man an so ein Thema heran? „Über Assoziationen und die Äußerung von Emotionen, die wir mit dem Thema verbinden, sind wir zur Ideenfindung gekommen. In Kleingruppen entwickelten wir dann Geschichten. Danach haben wir uns Gedanken über deren technische Umsetzung gemacht, wobei sich Videos und Fotomontage besonders angeboten haben. Zum Schluss mussten wir noch die passende Musik aussuchen - und fertig", beschreibt eine der Teilnehmerinnen die Vorgehensweise in den sechs verschiedenen Gruppen.

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Die Filmcrew der Gruppe 1 "Ankommen"

Um die Tücken des ersten Schultages ging´s im ersten Film –Spaßfaktor inklusive!  Etwas zu spät aufstehen – ab Richtung U-Bahn – Zug verpasst – auf „alternative Verkehrsmittel" (im Film ein geklautes Bobby-Car J) umsteigen, Cityroller „organisiert" und endlich - hetz-hetz – am bkh angekommen. Doch was steht nun im Klassenraum an der Tafel??? „Unterricht fällt aus" L Fazit: Ankommen ist gar nicht so einfach.

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Die Trickfilmspezialisten aus Gruppe 2 "Durchs Leben"

Um Höhen und Tiefen auf dem Weg von der Kindheit bis zum Erwachsenwerden ging´s im zweiten Film. Stationen wie Kita - Schule - Trennung der Eltern - die „Ballerspiele- und Monsterphase" - die erste eigene Liebe - die neue Liebe der Mutter – die Ankunft am bkh zur ErzieherInnenausbildung wurden ebenso phantasievoll wie geduldig in einem Trickfilm in  Szene gesetzt. Playmobil-Figuren in Playmobil-Ambiente waren die Akteure. Vor jedem neuen Foto mussten wir die Position der Männchen immer wieder verändern. Das war eine Mordsarbeit", erklärt eine der Trickfilmspezialistinnen. Dem Endprodukt merkt man diese Arbeit nicht an. Das ist wohl auch der Trick dabei…

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Die „Ich bin ich"- Creators von Gruppe 3

Vom Ausgrenzen und Integrieren handelte Film Nr. 3. Eine junge Frau aus einem fernen Land folgt ihrem Mann nach Deutschland. Ein Flugzeug landet. Die Frau steht allein und suchend auf einem Bahnhof. Bei ihrer Ankunft in Hattingen mit der S-Bahn sieht sie sich suchend um. Sie fragt nach dem Weg. Die Angesprochenen drehen sich einfach um und gehen. Auf dem Weg über die Brücke zur Stadt wird sie angerempelt, in der City muss sie sich den Weg durch Menschen bahnen, die ihr keinen Platz machen. Fremde Fassaden - fremde Gesichter-Einsamkeit eben. Aber das Ganze hat dann doch ein Happy-End. Die junge Frau hat ihren Abschluss als Erzieherin geschafft. In „ihrer" Kita-Gruppe, dargestellt von vielen in die Kleinkindrolle geschlüpften Klassenkameradinnen, fühlt sie sich gebraucht und wohl. „Endlich angekommen".

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Gruppe 4, das sind wir! Und zwar „Life"!!!

Eine vierte Fotomontage thematisiert verschiedene prägende Lebensstationen auf dem bisherigen Lebensweg bis zum bkh: Kita, Schulkindzeit, Klassenarbeiten, Zeugnisse, Sport, Freunde, Liebe, Playstation, Handy, der bestandene Führerschein und Accessoires wie Koks, Kondome und Pille. Der Blick in die Zukunft zeigt das Angekommensein im Erzieherberuf. Das Element, das alle Stationen verbindet, ist ein kleines Legomännchen, das - an einem Faden hängend - immer wieder von oben nach unten durch die Aufnahmen purzelt. „Es ist ein Symbol für das Aufgefangenwerden im Leben", so die Erklärung der Fotomontagisten.

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Gruppe 5: „The postcards"

„Angekommen" sind auch die Personen im fünften Film. Eine Einladungskarte mit Ortsangabe (bkh) und Uhrzeit wechselt ständig den Besitzer. Denn sie geht immer wieder verloren, wird aber auch genauso oft wieder gefunden. Die lost-and-found-Szenen wurden natürlich alle in der Südstadt in unmittelbarer Nähe des bkh gedreht. Und das auf äußerst einfallsreiche Art und Weise. Ob aber all die „Finder" der Einladung auch folgen?  Erst sieht es nicht so aus: Ein einsamer zukünftiger Erzieher sitzt allein in einem Klassenzimmer des bkh und wartet…wartet…wartet…bis – plötzlich viele weitere Eingeladene erscheinen. Gemeinsam statt einsam! Es kann losgehen!

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Die „Glücksschweinchen" aus Gruppe 6

Die Filmemacher aus Gruppe sechs haben als immer wiederkehrendes Motiv ein Glücksschwein gewählt. Der Akteur in dem rosafarbenen Fellkostüm mit plüschiger Schweinsmaske auf dem Kopf muss bei den Aufnahmen ordentlich geschwitzt haben!!! Er stellt als mustergültige Personifikation eines Erziehers das Helferlein in Notsituationen dar: Egal ob bei Problemen in der Grund-, Haupt- oder weiterführenden Schule – immer ist es als Schlichter oder Beschützer da oder motiviert, wo der Glaube an die eigenen Kräfte verloren zu gehen scheint. Die im Film  mehrmals kritisierte und  gemobbte Darstellerin ist aber am Ende „im Leben angekommen". Als sie in ihrem Auto zum bkh fährt, liegt die Glücksschweinkapuze neben ihr auf dem Beifahrersitz. „Jetzt bist DU dran", heißt es am Ende. Ein Rollentausch steht bevor. Die kürzlich noch vom Glücksschwein Betreute soll und will nun selbst zum Helfer werden.  „Schwein gehabt – werde ErzieherIn im bkh" lautet die Schlussbotschaft. Das Glücksschwein als Helferlein hat seine Aufgabe voll erfüllt! Der Finalapplaus nach den Vorführungen sprach für sich. Lieber Markus Seiler, liebe FSPUs, ihr seid tolle Filmemacher!!! Danke für euren Einsatz und für die intensiven Eindrücke, die ihr uns vermittelt habt. Ein Platz in der hall of fame für Kurzfilmkünstler ist euch auf jeden Fall sicher!!!


[21.09.2015; Monika Diercks]

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