Berufskolleg Hattingen - Artikel nach Datum gefiltert: August 2017
Dienstag, 01 August 2017 22:07

Alles im Lot auffm Boot

Im Rahmen des Unterrichts im Vertiefungsbereich „naturwissenschaftliche, technische und ökologische Bildung“  begaben sich die Studierenden aus der Unterstufe der Fachschule für Sozialpädagogik am Montag, den 3. Juli, auf eine Kanuexkursion an der Ruhr. Diese Kanufahrt wurde durch eine exklusive Naturführung begleitet.


Für den Teil der Naturführung wurde nämlich Martin Maschka engagiert, der Gründer und kreativer Kopf des Naturführerteams in Hattingen ist und den angehenden Erzieherinnen und Erziehern mit voller Begeisterung und  fundiertem Fachwissen die lokale Tier- und Pflanzenwelt nahebrachte. Die eigentliche Kanufahrt durchs Ruhrtal wurde von Benjamin Hoffmann angeleitet.
Die knapp dreistündige Tour nahm ihren Anfang  in Hattingen am Steg des Ruhrdeiches, der unter den Einheimischen auch als „toter Arm“ bekannt ist, und endete in Bochum- Dahlhausen an der sogenannten Ruhrmühle.
Nachdem die Studierenden und  ihre Lehrerin Kerstin Hagen mit Schwimmwesten, Paddeln und Kanubooten ausgestattet und von Benjamin in Form von Trockenübungen an Land mit den „Basics“ des Kanufahrens vertraut gemacht worden waren, konnte die „Tour de Ruhr“ endlich beginnen.
Mit fünf großen Kanus zu je vier Personen stach man gemeinsam “in See“. Während Martin in einem der Mannschaftsboote Platz nahm, fuhr sein Kollege Benjamin in einem Einerkanadier voraus, um die „Ruhrpiraten“ in freundlich-lässiger Art zu navigieren.
Nach anfänglichen Manövrierproblemen und kleinen Verunsicherungen auf hoher See kamen alle Boote auf Kurs. Sobald die Strömung ruhig war und sich alle Kanus zusammen gefunden hatten, nutzte Martin Maschka die Gelegenheit um über die Pflanzen- und Tierarten in unmittelbarer Umgebung zu sprechen. Richtig rund wurde dieser Ausflug nicht zuletzt durch das schöne Wetter, das Petrus an diesem Tag extra für die Kanutruppe gemacht hatte.
Als die Ruhrpiraten nach etwas mehr als zwei Stunden ihr Ziel in Dahlhausen erreichten und wieder auf festem Boden standen, fiel die Bilanz durchweg positiv aus. Kein Boot war gekentert und neben der aufregenden Fahrt hatten alle TeilnehmerInnen auch noch viel über die örtliche Natur gelernt.


Text: Thomas Raczkowski / FSPU 1

Publiziert in bkh Blog
Dienstag, 01 August 2017 20:16

Orthese, Prothese - wie bitte?

Zur außerschulischen „Fortbildung“ bei Fa. Luttermann – eine ganzheitliche Lernerfahrung
Im Rahmen des Projekts „Berufe des Sozial- und Gesundheitswesens“ stellten Schülerinnen und Schüler der Klasse 11S3 aus der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales am 30.06.2017 unterschiedliche berufliche Tätigkeitsfelder nach Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens vor.
 
Zu den selbst gewählten Arbeitsbereichen gehörten neben den Berufsbildern Erzieher, Sozialarbeiter, Heilpädagoge auch ein eher wenig bekanntes Berufsbild: Der Orthopädiemechaniker. Lars und Max stellten in ihrer Präsentation die Aufgaben des Orthopädiemechanikers vor und organisierten eine Exkursion zur Luttermann GmbH in Essen. Die Firma steht ihren Kunden als Dienstleister rund um die Gesundheit mit allen Produkten der Pflege, Rehabilitation, Orthopädie- und Medizintechnik kompetent zur Seite und gehört mittlerweile zu den zehn größten Häusern der Branche in Deutschland. Für die SchülerInnen ging es darum, das theoretische Wissen aus dem Unterricht mit der Praxis zu verknüpfen. So konnten sie den Entstehungsweg einer Prothese nicht nur nachvollziehen, sondern auch erleben und während dieses Prozesses die unterschiedlichen Anforderungen und Herausforderungen des Arbeitsumfeldes erfahren. Wie viele unterschiedliche Schritte es von der Anpassung bis zur Fertigstellung einer Prothese sind, erklärten die beiden Orthopädietechnikmeisterinnen Frau Margenfeld und Frau Bäcker zunächst mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation. Dann folgte ein ausgedehnter und anschaulicher Rundgang durch die Werkstätten, Labore und Lager.

Und wie kam das an? Dazu hier einige Feedbacks:

Laura: „Ich muss sagen, ich fand es sehr cool mal einen Ausflug zu machen, denn es ist eben was Anderes als nur im Klassenraum zu sein! Und der Vortrag von Frau Margenfeld und ihrer Kollegin hat ein breites Spektrum an Informationen vermittelt, von der Entstehung des Familienbetriebs bis hin zur Zukunftssicherheit des Orthopädietechnikerberufs.“
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Lennart betrachtet kritisch, ob Laura und Kristin auch richtig Hand anlegen beim Ausprobieren.
 
Lars: „Die Gerüche in den Werkstätten waren ungewohnt. Es roch nach erwärmtem Kunststoff, Klebstoffen, Lösemittel und den Materialien Holz und Gips. Besonders eindrucksvoll fand ich persönlich das riesige Lager, wo die Vorlagen für orthopädische Schuhe mindestens 10 Jahre nach ihrer Anfertigung aufbewahrt werden müssen.
Ebenfalls spannend für mich war das Lauflabor, in dem die Mitarbeiter mit Hilfe einiger Kameras und unterschiedlichster Sensoren analysieren, ob ein Patient Einlagen oder Hilfsmittel benötigt und wenn ja, welche.
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Besonders das Lager mit Hilfsmitteln, wie z.B. den Rollstühlen, gab mir eine noch bessere Vorstellung davon, wie individuell die Anfertigungen sind.“
 
Luca: "Die Orthopädietechnikermeisterinnen zeigten uns verschiedenste Orthesen und Prothesen. Orthesen sind helfende Stützen. Das heißt, wenn man nach einem Schlaganfall zwar schon gehen kann, aber noch mit einem Bein wegknickt, bekommt man eine Schiene (Orthese), damit das Bein stabil ist. Prothesen sind ersetzende Hilfen, das heißt, wenn jemandem Gliedmaßen amputiert werden, bekommt er einen Ersatz angepasst.“
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Lennart (l.) und Lars präsentieren zwei überraschend stylische Fortbewegungsmittel.
 
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Hannah: “Anschließend konnten wir uns die Prothesen anschauen und sie anfassen. Natürlich auch die Orthesen. In den verschiedenen Werkstätten roch es total unterschiedlich. Der Ausflug war sehr interessant und lehrreich.“
 
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Fatma und Fachlehrerin Monika Diercks erfahren: Hier wird die Plastikhülle von Gips befreit. Da das sehr laut ist, hängt ein Ohrschutz an der Wand.
 
Kyra: „In den Werkstätten hat es deshalb so unterschiedlich gerochen, weil beispielsweise die Prothesen aus Gips hergestellt werden, aber auch noch viele weitere Materialien genutzt werden. Ich fand die Eindrücke spannend, da ich vieles noch gar nicht wusste und die Orthopädietechnikermeisterinnen sich richtig Mühe gegeben haben, uns das Berufsbild nahezubringen“.
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Arbeiten im "Schichtsystem“ – Die Meisterin Frau Margenfeld erklärt: „In diesem Teil der  Werkstatt werden Kunststoffplatten erwärmt um sie formbar zu machen. Nachdem man sie über die Abdrücke gelegt hat, bilden sie die erste Schicht der Prothese“.
 
Maren: „Auch mir ist der starke und teilweise unangenehme Klebstoffgeruch in manchen Bereichen aufgefallen. Da, wo geschliffen wird, war es sehr laut. Außerdem war es spannend zu sehen, wie viele Arbeitsschritte für ein einzelnes Stück benötigt werden.“
 
Vanessa B.: „Erschreckend war zu hören, wie hoch die Preise für Prothesen sein können und wie aufwändig ihre Anfertigung ist“.
 
Vanessa K.:  „Mir gefiel auch, dass die Gruppen sich das Lauflabor anschauen durften, in dem die genaue Gangart der Kunden analysiert wird um zu ermitteln,
 
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Johanna: „Für jeden Patienten wird individuell z.B. eine Prothese hergestellt. Zuerst erstellt man im Rahmen einer Anamnese ein Profil von der Person: Ob sie jung oder alt ist, sich viel bewegt, ob sie Sport macht usw. Anschließend wird ein Gipsabdruck von der entsprechenden Körperstelle genommen, damit man daraus später die Prothese drum herum herstellen kann. Zuerst wird sie nur grob angefertigt, mit durchsichtigem Plastik. Dann wird die Form bei dem Patienten anprobiert, um zu sehen, ob sie passt oder doch zu eng ist. Die Prothese ist noch durchsichtig, damit man mögliche Druckstellen, z.B. am Knöchel, sehen kann. Wenn die Prothese passt, wird sie noch bemalt und geschliffen“.
 
 
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Im Gipsabdruck- und Anproberaum In der Gipswerkstatt staubt es und riecht nach Kalk.
 
In der Schleifwerkstatt ist es sehr laut und bei der Formung des Plastiks für den Schaft steigen die Temperaturen.
Man konnte also nicht nur die Arbeitsschritte sehen und hören, sondern auch riechen und erfühlen. Man konnte anschauen, anfassen, benutzen, im wahrsten Sinne des Wortes be-greifen! Wir wissen: Wer mit allen Sinnen lernt, behält bis zu 90 Prozent mehr. Und auch in diesem Sinne war der Lernausflug an diesen außerschulischen Ort ein ebenso erlebnis- wie auch ergebnisreicher Tag. 
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Unser herzlicher Dank geht an die Luttermann GmbH in Essen sowie Frau Bäcker und Frau Margenfeld, die uns den Einblick in dieses interessante Berufsbild ermöglicht haben!
 
Text: Monika Diercks und Schüelinnen und Schüler der F11S3
 
Und hier noch ein ausführlicher handschriftlicher Bericht für neugierige Leser:
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Publiziert in bkh Blog

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