„Auszeit in der Frühschicht“ zum Schuljahresbeginn

Pünktlich zum ersten Gongschlag füllt sich am 29.08.2018 zu Beginn des neuen Schuljahres das Forum im bkh. Viele Kolleginnen und Kollegen versammeln sich dort wieder zur „Auszeit in der Frühschicht“. Der alljährliche Lehrergottesdienst, den Religionslehrer Michael Morgenthal jedes Mal fantasiereich und liebevoll gestaltet, gehört einfach dazu. Man freut sich darauf, weil diese „Frühschicht“ allen einfach so viel gibt!

Das zugegebenermaßen ungewöhnliche Motto lautet diesmal „Von Pilgern und Pinguinen- Spuren suchen, Wege gehen“. Damit knüpft Michael Morgenthal an den Verabschiedungsbrief aus dem vergangenen Schuljahr mit dem Titel „Hoch die HändeSchuljahrsende: Von Menschen und Pinguinen“ an, in dem er allen Kolleginnen und Kollegen Ferien wünscht, die ihrem ganz persönlichen „Element“ entsprechen. Als Beispiel führt er den Pinguin an, der seine Stärken ganz besonders im Wasser zur Geltung bringen kann. In diesem Sinne wünscht er allen den richtigen Weg zu „ihrem Ferienelement“ und gute Erholung.

Nun, zum neuen Schuljahresbeginn, erinnert er die Kolleginnen und Kollegen daran, dass jede/r ihr/sein eigenes Element weiter im Auge behalten möge. Denn schließlich trage jede/r den Pinguin in sich. Und als Pinguin verbringe man seinen Weg nie allein, sondern immer in stärkender Gemeinschaft und – nicht zu vergessen – im Windschatten Gottes, der einem immer wieder den richtigen Weg unter die Füße schiebe und einem damit auch ermögliche Spuren zu hinterlassen. Dass letzteres sicherlich ein zentrales Anliegen jedes Pädagogen sei, also Spuren z.B. in Form von gelingendem Unterricht bei den Schülerinnen und Schülern zu hinterlassen, verstehe sich von selbst. Dabei, so Morgenthal, komme es aber darauf an, seinen Weg achtsam zu beschreiten und sich und die anderen nicht aus den Augen zu verlieren. In diesem Zusammenhang solle jede/r sich auch immer wieder einmal die Frage stellen, was das Leben reich mache und welche weiteren Spuren man noch hinterlassen möchte.

Gemeinsames Singen und das gemeinsame Schreiten (zwei Schritt vor, einen zurück) zum Taizé-Gesang „Laudate omnes gentes“ gibt den Kolleginnen und Kollegen Zeit sich einzufühlen und dem eigenen Schritt in der Gemeinschaft nachzuspüren, sich auf sich zu konzentrieren und gleichzeitig zu reflektieren – über Vergangenes und Zukünftiges. Beim Lied von Amei Helm mit dem Titel „Einfach gehen“ können alle TeilnehmerInnen im wahrsten Sinne „mal nach hinten, mal nach vorne, mal nach innen, mal nach außen schaun“ und dabei auch über das nachdenken, was sie im kommenden Schuljahr an Anforderungen erwartet und wie sie diese anzugehen gedenken.

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V.l.n.r: Religionslehrer Michael Morgenthal sowie Karl Funke und Wolfgang Stanzel als instrumentale Gesangsunterstützung

Jede/r von uns, so Morgenthal, habe Spuren im Sand seines Lebens hinterlassen und werde das auch auf seinem weiteren Weg tun. Daher sei es nun an der Zeit sich auf die Schatzsuche am Strand des Lebensweges zu begeben. Sagt es und enthüllt einen großen Sandhaufen unter einem Tuch, welche beide bisher durch einem großen aufgespannten Schirm den Blicken der TeilnehmerInnen verborgen sind. Er zieht eine Schatzkiste aus dem Sand und findet in ihrem Inneren einen Zettel mit dem Text „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers. Darin vergleicht die Autorin ihr Leben mit einem Weg am Meer entlang. Es gab gute und unbeschwerte Tage, das wird ihr im Rückblick klar, aber auch Zeiten, in denen sie sich sehr einsam fühlte, von Menschen und von Gott verlassen. Die "Spuren im Sand" sind ein Abbild für jene Erfahrung, die wohl jeder Mensch kennt. "Wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen" - diese Zusage, mit der das Gedicht schließt, hat schon zahlreiche Menschen ermutigt und getröstet und das ist auch die Botschaft an alle anwesenden Kolleginnen und Kollegen.

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Und nun können diese endlich ihren eigenen Schatz heben. Kleine leuchtend bunte Bändchen gucken aus dem Sandhaufen heraus und jede/r darf eines in ihrer/seiner Lieblingsarbe herausziehen. Am Ende des Bändchens hängt ein kleiner aus Holz ausgeschnittener Fußabdruck als Symbol für das erfolgreiche Beschreiten des Weges im neuen Schuljahr. Mit dem gemeinsamen Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ klingt die „Auszeit in der Frühschicht“ aus.

Und vor der Tür wartet als letztes Highlight ein weiterer Sandhaufen, in dem nun alle ihre höchstpersönliche Spur hinterlassen dürfen.

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Lieber Michael,

was du dir da zu Schuljahresbeginn jedes Mal erneut für uns einfallen lässt, ist ohne Worte und einfach unvergleichlich. Es ist immer wieder überraschend, bewegend und vor allem auch motivierend und stärkend. Als Dank dafür möchten wir dir diesen irischen Segenswunsch für das kommende Schuljahr mitgeben: Wir wünschen dir eine Straße, die dir entgegenkommt, einen Wind, der nur in deinen Rücken bläst, eine Sonne, die dein Gesicht wärmt und die Hand Gottes, die dich führt…..auf jeden Fall schon mal bis zur nächsten „Auszeit in der Frühschicht“...

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